Ratgeber für Beileidsbekundungen

Ein gutes Kondolenzschreiben soll

  • persönlich sein
  • im richtigen Verhältnis zur/zum Verstorbenen stehen
  • Anteilnahme signalisieren
  • die/den Verstorbene/n ehren
  • ein freibleibendes Hilfsangebot enthalten
  • nur religiös sein, wenn es auch die/der Verstorbene oder das Trauerhaus war/ist
  • nicht unbedingt das Letzte sein, was man von Ihnen hört.

Überlegen Sie, wie nahe Sie dem Trauerhaus stehen. Wenn Sie der Witwe Ihres Chefs kondolieren, bleiben Sie förmlich. Ein Kondolenzbrief an gute Freunde darf ganz frei formuliert sein. Konkret bedeutet dies, dass Formulierungen, die die eigenen Emotionen betreffen, in der Kondolenz gegenüber Freunden passend sind, im Falle eines Dienstverhältnisses oder Ähnlichem jedoch nur äußerst dezent zum Ausdruck kommen sollten.

Sie nehmen Anteil an der Trauer. Dies muss ohne Floskeln geschehen. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Angehörigen zu trösten, sondern zu signalisieren, dass Sie die traurige Nachricht erreicht hat und Ihre Gedanken bewegt. Deshalb ist in einem förmlichen Kondolenzbrief auch kein Platz für eine weite Beschreibung Ihrer Beziehung zur/zum Verstorbenen, sondern die Gelegenheit, dankbar auf das zurückzublicken, was Sie wirklich geschätzt haben. Im Freundeskreis darf ein Bild von einem schönen Moment oder ein Text, der die enge Verbundenheit signalisiert, beigelegt werden. In jedem Fall gilt, dass Floskeln wie „es kommen wieder bessere Zeiten“ oder „die Zeit heilt alle Wunden“ vermieden werden müssen.

Sie dürfen mit einem Hilfsangebot schließen. Es soll allerdings freibleibend sein. Dies bedeutet, Sie drängen Ihre Hilfe nicht auf. Sehr zuvorkommend sind praktische Hilfsangebote für Menschen, die durch den Verlust des Partners oder der Partnerin immobil geworden sind oder jetzt vor großen praktischen Problemen stehen. Hier hilft eine Formulierung wie

„… möchte ich Ihnen/wir Ihnen/Dir unsere Hilfe in allen Angelegenheiten zusagen, die Dir/Ihnen wichtig sind und Dir/Ihnen den Alltag erleichtern – was immer es ist.“

Wenn das Angebot nicht angenommen wird, interpretieren Sie dies nicht als Aufforderung, das Trauerhaus zu bedrängen.

Ein stärkender Brief mit religiös begründetem Trost kann wirklich helfen. Wenn Sie jedoch nicht genau wissen, ob das Trauerhaus religiös ist, verzichten Sie bitte darauf.

Schließlich ist ein Brief oder Anruf, der etwa sechs Wochen nach der Beisetzung erfolgt, eine nette und ernste Geste, die signalisiert, dass Sie sich dem Trauerhaus verbunden fühlen. Es tut gut, zu spüren, dass Menschen sich nicht abwenden, sondern gerne bereit sind, eine Kaffeestunde oder einen Spaziergang zu unternehmen, bei dem auch die Trauer willkommen ist.

Die gute Kondolenz ist vor allem eines: Sie ist ehrlich.